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Die starke Vertretung der europäischen Landwirte und ihrer Genossenschaften

Bei der Unterzeichnung am 25. März 1957 umfasste der Vertrag von Rom bereits die wichtigsten Rahmenbestimmungen zur Festlegung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
In Anerkennung der Bedeutung des Agrarsektors brachte die EU-Kommission schon frühzeitig ihren Wunsch nach enger Zusammenarbeit mit seinen Vertretern zum Ausdruck und ersuchte die nationalen landwirtschaftlichen Organisationen, der Stresa-Konferenz von 1958 als Beobachter beizuwohnen.
Als Antwort hierauf wurde am 6. September 1958 die erste europäische repräsentative Bauernorganisation, COPA (Ausschuss der berufsständischen landwirtschaftlichen Organisationen) gebildet.
Kurz danach, d.h. am 24. September 1959 schufen die nationalen Organisationen landwirtschaftlicher Genossenschaften ihren europäischen Dachverband COGECA (Allgemeiner Ausschuss des ländlichen Genossenschaftswesens der Europäischen Union), der die Fischereigenossenschaften mit umfasste.
Das Sekretariat von COGECA wurde am 1. Dezember 1962 mit dem Sekretariat von COPA zusammengelegt.
Bei der Schaffung umfasste COGECA 6 Mitglieder. Seitdem hat es nahezu sechs Erweiterungen gegeben, sodass COGECA nunmehr 35 Vollmitglieder und 4 angeschlossene Mitglieder aus der EU zählt; zur Mitgliedschaft von COGECA gehören auch 36 Partnerorganisationen.
Parallel laufend mit den jüngsten Erweiterungen der Europäischen Union konnten COPA und COGECA ihre Position als stärkste europäische repräsentative Organisationen der Landwirtschaft weiter festigen. COPA und COGECA haben zusammen 38 nationale Verbände der Landwirte und Genossenschaften aus den neuen Mitgliedstaaten aufgenommen. Damit ist die Anzahl der bei COPA und COGECA angeschlossenen Organisationen aus den EU-Mitgliedstaaten auf insgesamt 76 angewachsen.
COGECA, inzwischen als „Allgemeiner Verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Europäischen Union“ bezeichnet, nimmt nun die Vertretung der allgemeinen und spezifischen Interessen von rund 40.000 landwirtschaftlichen Genossenschaften im erweiterten Europa wahr, die rund 660.000 Menschen beschäftigen - mit einem Gesamtumsatz von jährlich über 300 Milliarden Euro. COGECA ist von Anfang an von den europäischen Institutionen als repräsentativer Spitzenverband und Sprachrohr für den gesamten Sektor der Agrar- und Fischereigenossenschaften anerkannt worden.
Die Fischereigenossenschaften sind in zahlreichen Bereichen - wie Schiffsausrüstung, Fahrzeugmanagement und -versicherung, Seefischhandel sowie Verarbeitung und Vermarktung von Fisch - tätig.
Das maritime Genossenschaftswesen in Europa umfasst auch die genossenschaftlichen Reeder, deren Hauptziel nach wie vor darin besteht, junge Menschen dazu anzutreiben, sich dem Beruf zuzukehren.
 
Genossenschaften: Gemeinsame Unternehmen der Landwirte als Chance für die Zukunft
  •    Genossenschaften entstanden im 19. Jahrhundert in einem schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Umfeld als geeignete Organisationsform, um den Strukturmängeln von Einzellandwirten Abhilfe zu schaffen, wenn sie als kleine selbständige Betriebe operierten. Genossenschaften gibt es heute in allen EU-Mitgliedstaaten sowie in anderen europäischen Ländern
  •   Genossenschaften sind Personenvereinigungen und Wirtschaftsunternehmen zugleich.
  •  Genossenschaften stellen den verlängerten Arm ihrer landwirtschaftlichen Betriebe dar. Dies erlaubt es ihnen, durch eine entsprechende Konzentration gemeinsam die notwendigen Produktionsmittel einzukaufen sowie die für die Erfassung; Be- und Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte erforderlichen Einrichtungen zu schaffen.
  •   Die Arbeit von Genossenschaften beruht auf den Grundsätzen der wirtschaftlichen Demokratie, der Transparenz und der Solidarität untereinander sowie gegenüber ihrer lokalen ländlichen Gemeinschaft.
  •   Landwirtschaftliche Genossenschaften spielen eine lebenswichtige Rolle bei der Anpassung der Produktion ihrer Mitglieder an die Anforderungen der Verbraucher sowie zur Verbesserung ihrer Wirtschaftsleistung und Marktposition.
  •   Landwirtschaftliche Genossenschaften tragen aktiv dazu bei, umweltgerechte Qualitätsprodukte die ganze Versorgungskette hindurch zu garantieren.
  •   Landwirtschaftliche Genossenschaften sind wesentliche Akteure bei der ländlichen Entwicklung. Als solche leisten sie einen aktiven Beitrag zur wirtschaftlichen Lebensfähigkeit im ländlichen Raum - einschließlich benachteiligter Gebiete - durch Bildung und Betreibung essentieller, auf die Information, die Wirtschaft und die Dienstleistung abgestellter Netzwerke für den ländlichen Raum, die das Rückgrat der Soziallandschaft in Europa darstellen. Demzufolge sind sie eine bedeutende Quelle direkter wie auch indirekter Beschäftigung und des Wirtschaftswachstums und tragen so zur Erreichung der Ziele der Lissabon-Strategie bei.
  • Die europäischen landwirtschaftlichen Genossenschaften sind eine wichtige sozioökonomische Komponente des Wirtschafts- und Gesellschaftslebens generell. Auf sie entfallen Marktanteile
  •         von über 50% bei der Beschaffung von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln.
  •      von über 60% bei der Erfassung, Be- und Verarbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

     

 
Entwicklung der europäischen Genossenschaftsorganisationen in der Landwirtschaft
Zentrale Aufgabe von COGECA ist es,
  •         die allgemeinen und besonderen Interessen der europäischen Genossenschaften des Agrar-, Forst-, Fischerei- und Agrarnahrungsmittelbereichs zu vertreten und zur Entwicklung der Genossenschaften insgesamt beizutragen.
  •          auf Politik-Beschlüsse, die die Aktivitäten von landwirtschaftlichen Genossenschaften berühren, durch Lobbyarbeit gegenüber den öffentlichen Institutionen der EU und Organisationen auf EU- und internationaler Ebene Einfluss zu nehmen.
  •          die Rolle der Genossenschaften des Agrar-, Forst-, Fischerei- und Agrarnahrungsmittelbereichs zu fördern.
  •          den Mitgliedsorganisationen und Genossenschaften als Plattform für die Diskussion und den Meinungsaustausch über Politik-Fragen, Wertschöpfung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Geschäftstätigkeiten zu dienen.
  •         zu wichtigen Fragen gemeinsamen Interesses nach Lösungen zu suchen und diese zu fördern.
  •          Verbindungen zwischen den Mitgliedern sowie zwischen deren Verbindungsstellen in Brüssel zu erleichtern und zu koordinieren und Dienstleistungen zur Bildung genossenschaftlicher Netzwerke bereitzustellen.
  •         die Diskussion und den Meinungsaustausch insbesondere mit dem Ausschuss der berufsständischen landwirtschaftlichen Organisationen der Europäischen Union (COPA) sowie mit anderen repräsentativen Organisationen auf EU- und internationaler Ebene zu fördern.
  •          Rechts-, Wirtschafts-, Finanz-, Sozial- oder sonstige Studien im Interesse der Genossenschaften des Agrar-, Forst-, Fischerei- und Agrarnahrungsmittelbereichs vorzunehmen.
COGECA als Lobby und Plattform für zwischengenossenschaftliche Beziehungen
COGECA beteiligt sich an der Gestaltung und Weiterentwicklung aller EU-Politikbereiche, die wesentliche Rahmenbedingungen für genossenschaftliche Unternehmen setzen.
COGECA fördert zwischengenossenschaftliche Zusammenarbeit auf europäischer Ebene.
 
Beschlussfassungsprozess in COGECA
 
Präsidium
Das Präsidium setzt sich aus Vertretern der Vollmitglieder von COGECA zusammen und ist das oberste Entscheidungsorgan. Es prüft und entscheidet alle Fragen, die im Zusammenhang mit den Zielen von COGECA stehen. Bei Fragen, die die gesamte Landwirtschaft angehen, bezieht das Präsidium seine Standpunkte zusammen mit COPA.
 
Vorstand
Das Präsidium wählt aus seiner Mitte für eine dreijährige Amtszeit einen Präsidenten und vier stellvertretende Präsidenten. Der Vorstand von COGECA bildet zusammen mit demjenigen von COPA einen Koordinierungsausschuss, der die Abstimmung gemeinsamer Arbeiten und Stellungnahmen von COGECA und COPA anstrebt.
 
Genossenschaftlicher Koordinierungsausschuss
Die Aufgabe dieses Ausschusses besteht darin, die Arbeit des Präsidiums von COGECA vorzubereiten. Er verfolgt auch das Ziel, Information auszutauschen, die Aktivitäten zu koordinieren und die Durchführung der Beschlüsse des Präsidiums sicherzustellen. Außerdem koordiniert er zusammen mit COPA die Arbeiten gemeinsam geführter COPA/COGECA-Arbeitsgruppen.
 
 
 
Arbeitsgruppen
COGECA umfasst rund 50 Arbeitsgruppen, die sich entweder produktspezifischen oder allgemeinen/horizontalen Fragen annehmen. Die meisten dieser Arbeitsgruppen bestehen zusammen mit COPA. COGECA und COPA können jedoch auch eigene getrennte Arbeitsgruppen unterhalten.
 
Zweijährlicher Kongress
Zweck des zweijährlichen Kongresses, der sich aus von den Vollmitgliedern, den angeschlossenen und assoziierten Mitgliedern und den Partnerorganisationen abgeordneten Vertretern zusammensetzt, ist es, die Teilnehmer zu informieren und zu einem Meinungsaustausch über relevante Politikbereiche anzuregen. Es können auch Vorschläge zur allgemeinen Politik von COGECA vorgetragen werden.
 
Sekretariat
Seit 1962 wird das Sekretariat zusammen für COGECA und COPA geführt. Es sorgt für ein reibungsloses und wirksames Funktionieren beider Organisationen sowie für die Durchführung der Beschlüsse der Präsidien von COGECA und COPA.
Das Sekretariat, das rund 50 Personen verschiedener Staatsangehörigkeit umfasst, hält laufend Analysen, Mitteilungen und Fachwissen für die nationalen Mitgliedsorganisationen und die europäischen Genossenschaften bereit. Hierzu werden alljährlich Hunderte von Sitzungen der einzelnen Arbeitsgruppen sowie Berichte, Arbeits- und Positionspapiere vorbereitet.
Im Sinne der Förderung genossenschaftlicher Interessen in Europa ist COGECA auch Mitglied von Co-operatives Europe, der Europa-Region des IGB (Internationaler Genossenschaftsbund).